Catatonia III von Troll

Zerschmetterling’s Requiem

Die Wirklichkeit, die Realität oder das Hier-und-jetzt
irrelevante Bezeichnungen für die Welt, in der wir leben sollten
Die Welt vor der ich mich verstecke, seit Jahren und bis zuletzt
bis sie gar keine Bedeutung mehr hat
Die Landschaft ergraut mit dem Leben in mir
Das Sichtbare spiegelt nur die innere Zerissenheit
Die Menschen um mich können sehen, können spüren
wie die Optik zerfällt, wie das Bild zerbricht
Damals fiel ich nur aus dem Rahmen, etwas hielt mich fest
doch Tag für Tag verlor ich mehr von mir an die Sucht
Siehst dich heute gegenüber dem schweigsamen Rest
eines wunderbar bunten Verstandes
Frag nicht, was los ist, sondern mach die Augen auf!
Wieviel Leben siehst du in meinen leuchten?
Erkennst, worauf du dich eingelassen hast, wachst auf?
Lässt mich endlich liegen, obwohl’s schon zu spät ist
Perfekte Masken, für den Laien eine Persönlichkeit
Strahlend, blendend und unbewusst schön
Warm und zärtlich und von anderen Männer weit
entrückt, gefühlsbetonter Glücksmoment
In bunten Kleidern, glänzenden Augen, die die Wahrheit verschleiern
versteckt sich Tristesse, Gier und ein dunkler Abgrund
Es zieht dich an, umwirbt dich und bringt dich zum leiern
denn eine Zunge kann nicht nur lügen…
Doch was bleibt nach der Lust, der Ekstase, der Befriedigung?
Wieviel Wahrheit verbirgt sich in soviel Substanz?
Wer ist dieser Mensch, die grenzwertige Erscheinung
den du unüberlegt an dein Herz gelassen hast?
Zu spät, wie gesagt, erkennst du endlich die Masken
und verstehst, warum Liebende meißt blind sind
Versuchst, hinter all das Blenden zu tasten
und entdeckst im Endeffekt- nichts!
Kein Gefühl hinter den schmeichelnden Worten
nur das Verlangen, alles von dir zu erfahren
Bald beginnst du, Glücksmomente zu horten
und erschreckst vor der eigentlichen Leere
Nichts von dir interessiert mich wirklich
außer deiner Unterwäsche und der Haut darunter
Jeder Wortwechsel ist letztlich nichtig
denn nur deine Berührungen nehme ich in mir auf
Schlafe ich schließlich neben dir ein
lasse ich dich im Dreck zurück
Je schneller du merkst, du bist allein
desto möglicher wird eine unversehrte Flucht
Dann steh ich wieder hier, lecke meine Wunden
denn auch ich bin nur ein Mensch
Doch vergeht nicht viel Zeit, bis ich die Nächste gefunden
und meine Existenz ergibt Sinn durch Erfolg
Nun steh ich wieder hier, meine Wunden sind geheilt
Zum x-ten Mal an dem selben Punkt
Muss zugeben, dass dieses Dasein langweilt
wenn man selbst immer der Verlierer ist
Plötzlich tut es weh, ein Zerschmetterling zu sein
Nur nehmen und nehmen und fallen lassen
Plötzlich stell ich fest, ich bin grundsätzlich allein
und nur meines Verlangens Hure
Ich schließe die Augen, verstecke die Tränen
und verschließ mich in meinem Kämmerlein
Triefend vor Selbstmitleid und mahlenden Zähnen
stell ich mir vor, ich wo anders
Leg meine Flügel ab und werfe mich in den Abgrund
auf das Asche und Staub mein Haupt bedecken
Beende dies Dasein als lebendiger Abgrund
um wieder ein fühlender Mensch zu sein

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s