SIE und ER von der Allgäuerin

Hallo,

Ich bin 21. Ich steh mitten im Leben! ich habe einen Freund, Eltern mit denen ich mich sehr gut verstehe, einen guten job.
Doch manchmal „verfall“ ich meinen dunklen gedanken. Denen kann man nichts recht machen!
Ich hab schon eoniges hinter mir, vielleicht desshalb.
Ich werde jetzt einfach anfangen, dass los zu werden, was los ist:

Es muss so Mitte des Jahres gewesen sein, nun ja es war schon kalt, aber noch kein Winter. Es war ein ganz normaler Schultag, wie immer, nichts besonderes.
Da sprach ich in der Pause mit Jungs aus der 8. Klasse. Wie immer. Sie waren schon reifer als die Jungs von meiner Klasse. Wir witzelten und lachten. Auch Jarek war dabei. Ein Mittelgroßer Junge mit pechschwarzem Haar. Er war sehr nett zu mir. Als ich ihm vom Bauernhof von meinen Eltern und mir erzählte, war er fasziniert. Er fragte mich , ob ich denn was dagegen hätte, wenn er sich das mal anschauen könnte. Ich sagte sofort JA!
Warum nicht? Was ist schon dabei? Noch am gleichen Tag vereinbarten wir, dass er zu mir auf dem Hof kommt. Es war halb drei nach Mittag, ich hatte meine Hausaufgaben schon erledigt, ging ich auf den Hof. Ich sah Jarek. Er kam vom Wald, dass an unser Haus grenzt, durch den Tunnel gefahren. Nicht schnell. Es ging bergauf. Er fuhr mit dem Fahrrad seiner Schwester. Dunkel Lila! Seine hätte einen platten, erzählte er mir. Cool! jetzt war er da.
Ich zeigte ihm den Stall, wo die Kühe wohnten, den Stall wo die Hühner hausen, ja den ganzen Hof. Dann sind wir zu meinem Vater, und wir fragten, ob er mit dem Traktor fahren dürfe, mein Vater verneinte jedoch. Schade. Also beschlossen wir uns, mit den Rädern in den Wald zu einer Lichtung zu fahren, wo Rinder von uns waren. Alles war in Ordnung mit den Rindern. Wenig später fuhren wir also wieder zurück zum Hof. Da machte er den Vorschlag, „Wir können ja in dein Zimmer gehen und ein bisschen Fernsehen“. Ich sagte ich habe keinen Fernseher in meinem Zimmer. Ich dachte kurz nach und sagte, wir könnten ja auf dem Heuboden rumtollen. Das fand er eine gute idee. Also gingen wir hoch, wir sprangen vom höchsten Punkt herunter, immer wieder. Mir ging die Puste aus. Es war lustig wir waren voll mit Heu. Ich blieb beim letzten Sprung im Heu liegen, außer Atem. Er legte sich neben mir. Dann beugte er sich zu mir rüber und gab mir einen Kuss. Wofür war der jetzt? fragte ich ihn total verlegen und ich merkte wie mir die röte ins gesicht lief. Er sagte mir , er hätte mich schon etwas länger in der Schule beobachtet, und er findet mich echt nett. Ich sagte ganz verlegen danke. Ich stand rasch auf und setzte mich ihm gegenüber auf strohballen. Er tat das gleiche. Er sah mich an. Lange. Ich entriss mir seinen Blick indem ich mich nach hinten schmiss und lachte. Er sah mich immer noch an, aber diesmal anders. Dann beugte er sich über mich und wollte mich wieder küssen. Ich drehte mein Kopf weg und sagte, ich kann nicht. Er sagte er bringe mir das küssen bei. NEIN!
Das hatte er wohl überhört! Er hörte nicht auf , es zu versuchen. Ich wollte aufstehen, gehen zu meinen Eltern. Ich erschrak. Mein Vater schaltete die Melkmaschine ein. Schon so spät? Ich sagte , er müsse jetzt gehen, denn ich hatte “ Stalldienst“. Plötzlich hielt er meine Arme fest. Er drückte mir ein kuss auf. Dann fuchtelte er an meiner Hose rum. Ich wollte ihm wegdrücken. Er war stark! Er zerrte an meiner Hose! Ich wollte das nicht! Ich sagte hör auf! Doch er grinste nur. Ich will nicht sagte ich! Hör auf! Ich schrie, einmal, zweimal? Aber es hörte keiner, denn diese blöde Melkmaschine lief ja! Ich schlug um mich. Er hatte mein Oberteil nach oben gezerrt und fasste an meine Brüste. Es war ekelhaft! Ich zappelte, versuchte ihn zu beißen. Ich schlug um mich. Ein paar mal erwischte ich ihn auch. Aber er lies nicht von mir ab! Er zog meine Hose mit Gewalt runter bis zur Knie. In dem Moment sah er, dass ich meine tage hatte. Er sah mich an grinste nichts weiter. Er langte mir zwischen die Beine! Ich presste meine Oberschenkel so gut es ging zusammen, doch das tat nur noch mehr weh. Dann steckte er seine Finger rein. SCHMERZ! Ich fing an zu weinen. Er tat mir weh! Merkte er das denn nicht? Warum hört er nicht auf? Ich schrie erneut. Er legte sich auf mich und hielt mich fest. Dann dieser unertägliche schmerz!!! mir wurde schwarz vor Augen. Ich war wie benommen. Wielang? Als ich wieder klar denken konnte, spuckte ich ihn an, versuchte ihm ins gesicht zu beißen. Mit erfolg. Er rollte ab. Er stand auf und lief weg. Wars das ? Ist es vorbei? Ich zog meine Hose hoch. Alles voller Blut! Ich ging schnell ins Haus, in mein Zimmer. Ich zog alles aus!. Es klopfte an der Tür! Mama? ja mama! Sie schrie, ich soll schauen dass ich in den Stall komme. Ich zog mich also an und ging in den Stall. Eine stunde später, fertig.. endlich! Ich rannte schon fast ins Haus in mein Zimmer. Dort lagen die schmutzigen Klamotten. Wohin damit?
Verbrennen ja! Nein! Erst duschen! Ich fing an zu heulen. Schnell zum duschen. Eine stunde? zwei? ich weiß nes nicht mehr.
Ich hörte dann auf , als meine Mutter durch die Tür schrie, wenn ich nicht bald rauskomme, dreht sie das Wasser ab! Ich trocknete mich ab. Aber richtig sauber war ich nicht. Schlafen gehen? konnte ich nicht….

DER nächste TAG
Am nächsten tag musste ich ich wieder in die schule. wird er auch da sein? Ich hatte angst.
Ich musste mich übergeben. Mama bloß nix sagen. sie soll nichts mitbekommen! als ging ich zur bushaltestelle. gott sei dank nicht alleine. meine schwester musste in die gleiche schule. Der bus nahte. Ich stieg zuletzt ein. Da war er! Er saß gleich vorne. Er hat mir weh getan!
In der Schule konnte ich mich nicht konzentrieren. Mir war schlecht. In der pause ging ich richtung toilette. Auf einmal stand er hinter mir. Er presste sich an mich und flüsterte mir ins Ohr, es hätte ihm gefallen und es soll unter uns bleiben, sonnst ist heut mein letzter schultag! Ich sperrte mich in die damen toilette und kam erst wieder raus als der gong erklang.
Die nächsten Tage ging es mir nicht besser. Ich kam von der Schule. aß kurz oder gar nicht, ging in mein Zimmer und heulte oder dachte nach.
Dann ca. eine woche später, ich fühlte mich so beschissen. Ich sah in den Spiegel, ich sah auch beschissen aus. Schmutzig, ekelhaft. Ich setzte mich an den Schreibtisch. Hausaufgaben, aber ich rührte sie seit tagen nicht an. Musik…. ja gute idee. Ich drehte voll aus. Keine gute idee. Mutter stand im zimmer. Sie maulte. Sie war echt sauer. sie ging wider. Wut kam in mir hoch. Ich sah mich um, dann sah ich mein rasierer. ich holte die klingen sorgfältig raus und setzte an…. Das tat gut! Immer wieder ritzte ich mich. Das ging über wochen. Ich versteckte es unter langer Kleidung . es viel niemanden auf. Es vergingen monate, ….

Eines abends. Es ging mir etwas besser, ging ich aufs volksfest und lernte dort eine jungen kennen. Michel hieß er. Wir unterhielten uns eine weile und tauschten unsere handynummern aus.
Am nächsten tag konnte ich irgendwie nicht aufhören , an ihm zu denken.
Da rief er auch schon an und fragte ob ich lust hätte, an den forrgensee zum baden zu gehen. Ich fragte meine schwester ob sie lust hat mitzukommen.
Er holte uns von zu Hause ab. Ich hatte riesen spaß mit ihm. Wir sahen uns nach dem sehr oft. Nach dem fünften „Date“ fuhr er mich abends nach Hause und dann passierte es, wir küssten uns! Das war so schön! Es schien alles vergessen zu sein Ich war veliebt!!!
Irgendwann bin ich auch mal zu ihm mit nach hause. Wir steichelten uns und küssten uns. Es war sehr schön, doch als er mich ausziehen wollte, wich ich zurück, erinnerungen kamen hoch. Ich sagte ihm, ich kann nicht. Wir schliefen so ein. Zwei Tage später, am späten abend. Wir hatten einiges getrunken, wollte er mit mir schlafen. Ich wollte es tun.. Es war schön aber nicht überragend….
Ich war ihm so nah dass genoss ich. Wir waren so glücklich miteinander. Ich merkte jedoch irgendwann dass er immer abweisender zu mir wurde. Er ging mir ständig fremd und er sagte mir nicht mehr dass er mich liebe.
Er ging oft weg ohne mich und ich musste in seiner wohnung auf ihn warten. Doch es wurde immer schlimmer. Er war oft schlecht gelaunt. dann passierte es. Ich ließ mal am Morgen die Milch überkochen. Er wurde so plötzlich wütend.. Er kam zu mir , sagte, ich wäre zu nichts fähig!
Er machte mich irgendwann richtig verbal fertig. Es ließ nicht lange auf sich warten, da bekam ich den ersten hieb von ihm. Aber ich liebte ihn doch, er wird sich ändern ganz sicher! dachte ich mir immer wieder. Doch es wurde immer schlimmer. so bekam ich schon fast täglich schläg von ihm…
Eines nachts schlief ich bei ihm. Er hatte einiges vor dem bettgehen getrunken (wie so oft). Er weckte mich auf und wollte sex. Ich wollte aber nicht. er stank nach alk igitt. Er packte mein arm und schlug mir ins gesicht. Ich fing sofort an zu weinen, ihm war das egal. er steckte sein glied in meinem mund und rammte ihn ganz tief rein sodass ich würgen musste. er fand es geil. er spritzte ab und lies mich dann endlich los. So ging das über monate.
Das schlimmste kam jedoch an einem samstag. Ein freund von Michel kam mit nach hause. Er setzte sich neben mir auf die couch. Irgendwann sagte mein freund ich solle mich ausziehen. Ich sagte ihr spinnt wohl! Er sah mich böse an. egal! ich mache das nicht vor seinem kumpel! Wir wollen eine dreier sagte mein freund! ich? nein vergiss es. Er packte mich unsanft an den haaren und zog mich ins bad und drückte mein kopf ins klo!
Er ging zu seinem kumpel und sagte ihm er soll gehen er muss mit mir was klären. Er ging!!!
Ich saß im bad auf der kannte von der wanne. Er kam rein sagte schroff. ausziehen . du nimmst ein bad. Wie jetzt? ich zog mich aus.

Reinlegen! sagte er. ich tat es weil ich angst bekam. Er ließ wasser in die wanne ein.. er seifte mich ein. Ich musste ihm einen blasen. dann  er mich an. Er verteilte es auf meinen körper! Mir wurde schlecht. [hier habe ich die Beschreibungen von Erniedrigungen und Demütigungen mit Körperausscheidungen in Abwägung mit dem Jugendschutz herausgenommen. Robert ] Er schlug mir ins gesicht und lachte.  Ich musste mich übergeben. In dem moment spritzte er ab. Er ging aus dem bad, ich duschte mich lang sehr lang…. erst nach monaten angst konnte ich mich erst von ihm trennen. er griff mich einmal in der stadt an, aber bald darauf zog er weg und ich hatte endlich meine ruhe. Ich ritzte immer wieder, war schlecht in der schule, hatte kein bock auf arbeit….

Ich fing an zu trinken, um alles zu vergessen. Ich nahm tabletten. alles was ich kriegen konnte. Dann in Oktober lernte ich Michael mein freund (den ich jetzt seit über 4 jahre habe) kennen. Was besseres hätte mir nicht passieren können. Es hat lang gebraucht, aber er hat gekämpft, um mich, um die liebe. Allein er gibt mir die kraft jeden tag aufs neue aufzustehen.bis heute…..

Danke.

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2 Gedanken zu „SIE und ER von der Allgäuerin

  1. Liebe Allgäuerin,
    Dein Artikel hat mich sehr berührt und auch erschüttert. Vor allem ist mir sehr nahe gegangen, das man auch in einem offensichtlich liebevollen familiären Umfeld vor sexueller Gewalt nicht unbedingt geschützt ist. Das macht mich besonders nachdenklich, auch weil ich selbst Vater bin. Dein Bericht zeigt, dass mit den bisherigen Methoden von Aufklärung und Information längst nicht alles getan ist und ggf. auch neue Wege erdacht und gegangen werden müssen. Mit Deinem Bericht hast Du ganz sicher einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um Prävention und Schutz vor Gewalt geleistet. Im unteren Abschnitt habe ich vorsorglich einige etwas drastische Beschreibungen entfernt und umschrieben. Solltest Du damit nicht einverstanden sein, darfst Du selbstverständlich protestieren und wir werden die (vieleicht auch etwas voreilige Korrektur) mit Dir gemeinsam überdenken.
    Herzlichen Dank für Deinen mutigen Bericht!
    Robert

  2. Wow…..den Mut den Du hier erbracht hast ist wirklich unglaublich….auch den Mut das so zu schreiben…vielleicht hast Du es geschafft, mir den Mut zu machen, das ich auch endlich Alles mal niederschreiben kann….Ich bewundere Dich, dafür das Du das geschafft hast und aufschreiben konntest…..

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