Smirki speaking

Am Freitag habe ich mich gefühlt wie eine lebendige Leiche mit Kaffee intus… Musste ja um 3 Uhr morgens aufstehen, und war erst 2 Stunden vorher eingeschlafen – und zwischendurch mehrmals aufgewacht… um ca. 14 Uhr hatte ich meinen sechsten Kaffee. Sonst hätte ich gar nix machen können…

Und jetzt bin ich noch die ‚Lisa’… Ja, ich bin MTG – MultiTaskGirl…

In der Probe haben wir zuerst die Lisa geprobt… Rein rennen (mit Freude) – mit einem Schal spielen – über ‚Phillip‘ reden – ihn entdecken – um ihn kümmern – ihn verlassen.

Rein rennen….
Wie soll ich laufen… nach – keine Ahnung, wie vielen Malen – habe ich mir einfach vorgestellt, dass Jon Bon Jovi da steht und ich ihn suchen muss *g*, so musste ich irgendwie grinsen. Funktioniert hat die Technik jedenfalls…

Aber die größte Herausforderung war das mit-dem-Schal-spielen für mich, denk ich mal… Was zum Henker soll ich damit machen??? Und das noch in einem Zustand, in dem der Körper nach Schlaf ruft…

Nach der x-ten Wiederholung:  Szenen-Wechsel. Zur Pantomine. Margareta hat erstmal vorgelesen, wie die Szene aussehen soll…. mit nem Kussteil vorhanden… Die Anderen haben dann die ganze Zeit solche Kuss-Geräusche nachgeahmt.
Selbst wenn es nicht nur nen gespielter Kuss ist (Margareta hat gezeigt, wie es geht), wär es ja nicht schlimm… Man ist ja nicht sein eigenes Ich. Man spielt eine Rolle…  Somit wär selbst nen echter Kuss unecht…

Nach der Probe hatte ich noch was zu tun und bin dann eingeschlafen. War ein langer anstrengender Tag. Aber wie immer war die Probe zum Stück lustig und macht immer riesig Spass. Freu mich schon auf Sonntag.

Gruss,
Smirki

Foto: Anton
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9 Gedanken zu „Smirki speaking

  1. Liebe Smirki,

    ist es nicht lustig, dass es manchmal die scheinbar einfachen Dinge sind, die uns vor die größten Probleme stellen? Da schaffst Du es, die Sache mit dem Kuss so gut zu trennen. Und „einfach nur“ mit einem Schal zu spielen – großes Fragezeichen.
    Aber Du hast das gut hingekriegt. Ihr ward sowieso alle toll. Ich bin ganz glücklich nach Hause gefahren.

    Liebe Grüße,
    Christine

  2. Des mit dem Kuss, ist ja kein Ding. Daran ist ja nix schlimmes… *g*

    Mit dem Schal spielen find ich halt bisle herausfordernd…
    Cool was du sagst… danke dir.

    gruss smirki

  3. Für mich wäre die Sache mit dem Kuss sehr schwierig, die Sache mit dem Schal hingegen vielleicht (?) einfacher, aber bei dem Kuss würde ich mich wahnsinnig anstellen. Also ist es doch im Prinzip völlig egal, worum es geht, da es bei so etwas kaum Objektivität gibt. Für den Einen ist das Eine leicht und das Andere schwer – und für den Anderen ist es genau anders herum.

    Gestern, als Ihr bei der Probe ward, fiel mir dazu übrigens noch ein Absatz aus einem Gedicht von Mascha Kaléko ein, zu dem ich mal ein Bild gemalt hatte, das viele Jahre in meinem Wohnzimmer hing:

    „Ich habe mit Engeln und Teufeln gerungen,
    genährt von der Flamme, geleitet vom Licht.
    Und auch das Unmögliche ist mir gelungen,
    aber das Mögliche schaffe ich nicht.“

    Nun kann man sich fragen: Was ist das Mögliche und was das Unmögliche?
    :-)

    Liebe Grüße,
    Christine

  4. Ja das stimmt… da dies nur eine ansichtsache ist, was möglich ist und was nicht…

    Vielleicht scheint uns es so, dass das Unmöglich nur unmöglich, weil es in der Wirklichkeit möglich ist. Da wir es nicht verstehen wie was möglich ist. Bzw. was das Unmögliche ist.

    Verstehst du was ich meine?

    Gruss Smirki

  5. Ich weiß sehr gut, was Du meinst!
    Die Amis haben dafür eine wunderbare Bezeichnung, die wir im Deutschen leider nicht haben: „Belief Systems“. Wir sprechen von „Glaubenssätzen“, aber es sind ja keine Sätze mit einem Punkt am Ende, sondern Systeme, die sich aus Annahmen über uns selbst zusammensetzen.
    „Ich kann dies nicht tun, weil“, „Das geht nicht, weil“, „Man hat mir gesagt, ich könne jenes nicht, weil“ – das steht ja alles in Beziehung zueinander, bedingt sich, baut aufeinander auf. Ein ganzer Kosmos aus lauter Vermutungen…

    Deswegen finde ich auch unser Woyzeck-Thema so spannend, weil es ja genau mit diesem Irrglauben aufräumt, dass ein Mensch festgelegt ist, sein System statisch ist. Ich finde sogar, dass Margaretas Ansatz, nicht nur eine Geschichte zu nehmen, sondern mehrere, und diese zu verweben, offen gestanden viel besser als Büchners Ansatz :-)

    Liebe Grüße,
    Christine

  6. Wir denken, das was wir können, das was wir denken, realistisch ist… eigentlich sollte man seinen Denkapparat abschalten, damit auch das, das Unmögliche möglich erscheint. Da eigentlich nix unmöglich ist. Zwar ist es auf einem schweren, erst nicht durchsehenden Weg machbar.

    Aber ich denke wir Menschen haben das verlernt, in solche Perspektiven zu sehen. Bzw. zu denken wie man es gestalten kann, damit das unmögliche Ziel ermöglicht wird/ist.

    Das stimmt, das Stück hat mehrere Aussagen, nicht nur das in jedem ein Woyzeck heute steckt, sondern auch das was du geschrieben hast.

    Ich mag dich… mit dir kann man schreiben… über Dinge die das Gehirn erregen und auch fordert… Ich wusste schon warum du mir von Anfang an sympatisch warst und auch bist.

    Gruss Smirki

  7. Smirki! Ich wollte gerade nachfragen, ob ich mich halbwegs verständlich ausgedrückt habe und Du mich jetzt verstehst bzw. verstehen kannst. Und nun sehe ich, dass Du es siehst.
    Es geht mir ganz genau so mit Dir (was keine Aussage über die anderen sein soll), ich bin so froh, dass Du dabei bist und ich glaube, da spreche ich nicht nur für mich…
    Zu den anderen Dingen muss ich mich (leider) später äußern, mir fällt grad der Kopf auf die Tastatur, guats Nächtle… Bitte verzeih mir alles, was ich hätte schreiben sollen, aber nicht geschrieben habe… (müde).

  8. Christine ist kein Ding, das du dich erst später äusserst. Ich kenn den Zustand wo der Körper nur noch Schlaf will…. bin gespannt was du schreibst… *g*
    gruss Smirki

  9. Was ich sagen wollte:

    Darin, zu erkennen, dass manches eben nicht festzementiert ist, sondern viel freier gehandhabt werden kann, als wir oft vermuten, steckt ja die schöne Freiheit, sich zu fragen und entscheiden:
    Was will ich?
    Was will ich aus meinem Leben machen. Worin will ich Zeit und Energie investieren. Was tut mir gut. Was ist Ursache und wie sieht die Wirkung aus.
    Das geht mir dazu durch den Kopf…

    Liebe Grüße,
    Christine

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