5 Neue, ein fast toter Hund und ein Gitarrenmann

Das Stück ist jetzt so gut wie fertig geschrieben. Bislang fehlte noch das Ende, aber Margareta hat es nun gefunden. Anton hatte etwas ausprobiert, sie beobachtete ihn dabei und da machte es *Klick*.

Es gibt fünf neue Darsteller. Einer davon ist „Das Mädchen“, das wieder aufgetaucht ist. Und ich habe es fast nicht erkannt! Beim letzten Mal, als ich es sah, hatte es schwarze Haare, auf beiden Seiten gleich lang. Jetzt ist eine Seite rasiert und die Haare sind rot. Das Gesicht sieht dadurch völlig anders aus. Sogar in Nahaufnahme im Gespräch. Sogar die Augen scheinen andere zu sein. Nur durch die Stimme bin ich darauf gekommen, wen ich vor mir habe. Erstaunlich.

Einen anderen Teilnehmer nenne ich jetzt mal Dschabo und der spielt Gitarre und textet Lieder und macht das richtig gut. Die anderen drei sind auch eine Bereicherung. Leider habe ich noch nichts Markantes an ihnen entdecken können, das ich hier erzählen könnte. Doch. Eine Sache. Aber die gehört nicht hier her. Und noch eine. Die gehört aber auch nicht hier her. Damit ist der Text beendet. Das war ein Scherz.

Wenn ich aber eines erzählen darf: Das Stück hat mittlerweile sehr viele Ebenen, über die man sich der Thematik ‚Woyzeck‘ nähern kann. Ist mit seiner Machart also die Spiegelung des Konfliktes. Neben den ernsthaften Anstößen gibt es komische Elemente.  Jetzt hoffe ich nur, dass die eine Hauptdarstellerin noch merkt, wie sie eine Sache spielen muss. Denn da hat sich Margareta einen so schönen Gag ausgedacht und er versendet sich dadurch, dass die Teilnehmerin ihn unsicher anfasst. Aber wenn sie noch einen inneren Zugang zu dieser Facette bekommt, kann ich garantieren, dass sich das Publikum wegschmeißen wird. Denn jedes Mal, wenn Margareta es vorgemacht hat, haben wir auf dem Boden gelegen. Sie hat überhaupt so ein begnadet komisches Talent…

Die letzte Probe hatte zum Abschluss Bergfest. Die Truppe ist zum Bowlen gegangen. Mich hatte man zu informieren vergessen, deswegen konnte ich nicht dabei sein und weiß nicht, wie es war. Ich habe nur 3 Teilnehmer mit 2 Gitarren zur Bowlingbahn gefahren und dabei fast meinen Hund verloren. Weil er hinter dem Rücksitz lag, die 3 Nasen beim Anhalten achtlos aus dem Auto sprangen, obwohl ich noch gesagt hatte „Bitte passt auf, dass mein Hund nicht mit aussteigt“. Darauf hat keiner gehört und zack stand er auf dem Bürgersteig, hörte meine Stimme aus dem Auto nach ihm rufen, dachte aber, ich sei ebenfalls ausgestiegen und starrte verstört auf den viel befahrenen Ku’damm, nach dem Motto „Steht die auf der anderen Straßenseite? Soll ich da jetzt hinlaufen? Durch den ganzen Verkehr?!“

Tick

Tack

Tick

Tack

Läuft er los oder bleibt er stehen?

Tick

Tack

Tick

Tack

Ich bin tausend Tode gestorben.  Und war auf der Rückfahrt richtig sauer. Zumal noch nicht mal jemand „Tschüß“ zu mir gesagt hatte, oder „Danke“. So dass ich, nachdem ich meinen Hund zurück ins Auto bringen konnte, der Minigruppe, die sich weiter weg versammelt hatte, verdattert zum Abschied winkte, woraufhin es ein oder zwei „Jaja, TschüßTschüß“-Zurückwinker gab, so kam es jedenfalls bei mir an und – ähm – ich weiß auch nicht. Ich war jedenfalls reichlich bedient.

Christine Brügge

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