Das Kartenhaus

Hi,
ich weiß nicht, wie ich diesen Text anfangen soll. Ich hab eine Menge zu sagen aber ich weiß nicht wie ich es sagen soll, dass man mich versteht. Ich fang einfach mal damit an, womit alles begonnen hat.

Als ich ungefähr 11 Jahre alt war, hat mein Vater meine Mutter betrogen. Sie ist 10 Jahre jünger und heißt Vera, falls es euch interessiert. Ich hab es aber nicht durch meine Mutter oder gar durch meinen Vater rausbekommen. Nein, ich hab es allein durch meine Neugier herrausgefunden. Selber Schuld!, werden manche von eich jetzt vielleicht denken. Aber kann man einem 11-jährigen Mädchen wirlich vorwerfen, dass es gesehen hat wie ihre Mutter auf Parahip war? Kann man das? Oder, dass sie dachte ihre Mutter würde ihren Vater betrügen und deshalb stinksauer auf sie war? Was ich damit sagen will ist, mein Vater ist ein feiges Arschloch und meine Mutter ist zwar stark, aber nicht stark genug, ihrem Kind die Wahrheit zu sagen. Also musste ich es auf eine schmerzhaftere Weise herausfinden.

Mein Vater ist Computerspieleentwickler und war früher deshalb damals schon oft in Amerika und co, also war ich gewöhnt ihn nicht oft zu sehen, aber jetzt seh ich ihn nurnoch für 2 Tage 1 bis 2 mal im Monat.
Klar es gibt Kinder die sind viel schlimmer dran, als ich, viele Kinder kennen ihren Vater nichtmal.
Aber es wird immer jemanden geben, der ärmer dran ist, als du, das heißt aber doch nicht, dass es dir nicht schlecht gehen darf oder dass du dich nicht bemitleiden darfst. Wenn du es nicht tut, wer dann?
Mein Vater war immer mein Held.
Doch dann brach er mir mein Herz, bevor irgendein Junge, die Chance dazu hatte.

Wie auch immer, er entschied sich für sie und gegen uns, für das Leben eines Abenteurers und gegen das Leben eines Familienvaters.
Passiert eben.

Jede Nacht lieg ich da, alleine mit meinen Gedanken und alles kommt wieder hoch, was sich über den Tag angesammelt hat. „Du bist viel zu dünn“ „Deine Beine sehen aus wie Abgeknabberte knochen“ „Der Witz war ja noch flacher als deine Brüste“ „Ist doch nur spaß“
Siehst du mich lachen?
Ja tust du. Aber siehst du mich auch abends alleine weinend in meinem Bett liegen? Nein tust du nicht. Was aber noch lange nicht heißt, dass es nicht so ist. Denk in Zukunft besser darüber nach, bevor du was sagst. Du weißt nie, NIE was gerade in dem Leben deines Gegenübers vorgeht.

Ich hab nicht viele Freunde, aber eine sehr gute, Alina. Falls du das hier liest, was ich bezweifel, weil ich nicht mal denke, dass irgendjemand das hier lesen wird, hi Alina. Ich hab dich lieb, aber etwas muss ich los werden. Mit einem „keine Ahnung wie ich dir helfen kann, abe rich hör dir immer zu“ ist es verdammt nochmal nicht getan. Ich bau jeden Tag am Kartenhaus und dann zieht mir jemand ne Karte raus.

Es sind nicht wir, die sich ändern müssen, sondern die Leute, die uns das Gefühl geben wir müssten das.

 

Ein Gedanke zu „Das Kartenhaus

  1. Hey,
    Zu allererst will ich dir sagen, dass ich deinen Beitrag gelesen habe (auch wenn ich nicht Alina bin).
    Und egal, warum es dir schlecht geht oder wie andere die Gründe dafür bewerten: Gefühle sind niemals falsch! Es gibt keine Umstände, unter denen es einem schlecht genug geht, um sich mies fühlen zu dürfen. In dieser Ansicht möchte ich alle, die das hier lesen auch nochmal bestärken. Und ich wünsche jedem, dass er das nicht nur weiß, sondern auch aus vollem Herzen fühlen kann!

    Dein Beitrag ist inzwischen ja schon etwas älter und wenn du das hier lesen solltest, dann hoffe ich sehr für dich, dass es dir inzwischen besser geht. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen!
    Und gleichzeitig wünsche ich mir selbst das auch. Ich wünsche mir, dass ich in ein paar Jahren zurückblicken kann und ehrlich sein, wenn ich sage, dass es mir besser geht. Denn ich kenne das Gefühl leider nur zu gut. Ein Kartenhaus zu bauen und jemand anderes zieht mir ne Karte raus. „Is ja nur ein Spaß“
    Und ich hoffe, dass ich irgendwo stabileres Baumaterial finde – oder einen Ort, an dem niemand das Kartenhaus findet. Oder dass die Menschen um mich rum sich ändern und aufhören, mein Kartenhaus zum Einstürzen zu bringen. Bei letzterem hab ich die Hoffnung aber schon so gut wie aufgegeben…

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